Sonntag, 3. Mai 2009

Drecksding

Nach viel Arbeit, Schweiß, Triumphen haben wir uns gestern zusammengetan, um endlich das Vespaherz wieder zum Schlagen zu bringen. Die vielen kleinen Zahnrädchen sollen angeblich mal den Antrieb meiner Vespa bilden - Der Motor wird für mich immer ein Buch mit 7 Siegeln bleiben.
Zwar habe ich nun gesehen, daß er aus Zahnrädern und Kugellagern besteht und Öffnungen, durch die Benzin und Öl fließen, irgendwas meine ich auch von Zündfunken und Kompressionen gehört zu haben, aber welche der 1000 Schräubchen und Dichtungen wo hin soll, damit man das Gebilde zusammenschrauben kann, bleibt mir ein Rätsel.



Guiseppe und René haben geschraubt und ich hab Schräubchen sortiert und gehalten. Leider hatte die Vespa wie immer ein paar Schwierigkeiten versteckt. Da nimmt man sich die Zeit und das Geld um sie am Leben zu erhalten, obwohl sie Ihre besten Tage weiiiiit weiiiiiiiiiiit hinter sich hat und alles was Ihr dazu einfällt sind ständige Rumzickereien!

Das Lüfterrad wollte einfach nicht passen.

Außgerechnet das LüRa! Das einzige Motorteil, das mit zum Sandstrahlen durfte, machte Zicken. Nach viel rätseln und schmieren und Ratlosigkeit stellte René fest, daß die Führung des Motorgehäuses verbogen ist. Wenigstens war nicht mein Lieblingsteil LüRa schuld. Trotzdem ganz toll, das Motorgehäuse ist eines der wenigen Vespateile, die man nicht einfach kaufen kann, und wenn man es bekommt, ist es sehr, seeeehr teuer, quasi einen "neue" alte Vespa, da es das Herzstück ist.

Was mich zutiefst erschütterte, kann allerdings echte Italiener nicht aus der Fassung bringen. Ein Bunsenbrenner plus Zange sollte es richten, eventuell. Tja, und da der Motor aus Guss ist und Guiseppe es zu perfekt biegen wollte, brach dann leider das krumme Stück heraus. "Ist aber kein Problem" - aha. Die Bruchkanten rundgedremelt, das LüRa festgeschraubt und siehe da, alles drehte sich wunderbar. Eindeutig ein italienisches Fahrzeug. Ich möchte nicht wissen, was mein Elch dazu sagen würde, wenn man ihm ein Stück seines Motörchens abbrechen würde, aber das ist eine ganz andere Geschichte....

Da dieses Problem aber viel zu winzig für eine echte Vespa ist, funktionierte die Zündgrundplatte nicht. Und wenn ich vorher dachte, die Zahnrädchen und Kugellager wären ein Rätsel, kam ich zum Entschluß, daß das doch recht einfach ist gegen den nun folgenden Kabelsalat. Nach stundenlangem Kabelwechsel, Stromtests, Messungen etc. mußten wir aufgeben.

Die Zündgrundplatte ist kaputt. Die Lötstellen sind Schrott. René muß es nun versuchen zu richten, denn eine neue Zündgrundplatte verschlingt wieder jede Menge Geld.

Es ist eben wie immer: nur die teuersten Teile gehen kaputt ( fragt Chris nach ihren Carbonfelgen....)

Fazit: Sieht schön aus und läuft nicht: