Sonntag, 2. August 2009

"Wie es auch sei, das Leben, es ist gut" J.W.v.Goethe

Und schon wieder ist der Urlaub vorbei.
Wir hatten wieder 7 wunderschöne Tage, auch wenn es dieses Jahr um einiges heißer war als die Jahre davor (wir waren ja auch über einen Monat zu spät) und die Putzfrau unser Zimmer überschwemmt hat. 38 Grad waren schon eine Schmerzgrenze, sogar für mich ;-)
Wie jedes Jahr hatten wir irgendein Hotel auf gut Glück gebucht, und wie der Zufall es so wollte, bot man uns beim Einchecken an, ein Zimmer direkt am Strand zu beziehen, das zwar minderwertig eingerichtet war - aber wen intressiert das, wenn man eine große Terasse am Meer hat und das Zimmer quasi nur im Dunkeln sieht.

Gleich bei der Ankunft sind wir zu Memory Rentals, die mit Ihrem Firmennamen genau das richtige Motto ausgewählt haben: "Hallooooo, sagt mal, wo wart Ihr denn im letzten Jahr??!"
Schon allein darum hat es Samos verdient, daß man immer wieder zurückkommt. Wir sind in Tavernen gewesen, die wir 3 Jahre!!! nicht mehr besucht hatten, und man erkannte uns.
Also gleich unsere "Joghurtbecher"
ausgeliehen und in einer Woche um die 400 Rollerkilometer abgerissen. Mal unter uns: Kann sich jemand eine schönere Straße zum Rollerfahren vorstellen?


Da wir die ganze Woche starken Wind auf der Nordseite hatten, ist man auf der Strecke Kokkari-Karlovassi, die man hier sehen kann, ab und an durch die Gischt gedüst. Wir hatten jedenfalls einen Riesenspaß mit unseren Rollern, auch wenn wir uns auf der Südwest-Seite manchmal wie im Umluftbackofen fühlten.


Trotz aller Hitze in Votsalakia wollte ich auch dieses Jahr nicht drauf verzichten, die meiner Meinung nach schönste Taverne der Insel zu besuchen. Man klebt direkt über dem Meer und hat nur türkis vor der Nase, ich find es wunderschön, und das Essen ist auch lecker. Es ist zwar ein großes Stück von Kokkari entfernt, aber wie immer zählt: Der Weg ist das Ziel.


Und wir haben auch dieses Jahr wieder neue Straßen entdeckt, kaum zu glauben...

Auf der Suche nach Vespateilen sind wir wie immer in die entlegensten Winkel vorgestoßen, einen Tag mit Jeep und einer großen Karte. Das war super, ich hab uns die abartigsten Wege ausgesucht und René durfte fahren, das macht er ja sehr gerne, und er wird jedes Jahr besser im Jeep fahren ;-) geführte Jeep-Safari unserers Reiseanbieters?? Pfffffff, wer braucht sowas ;-) Auf einmal standen wir irgendwo oben vor diesem Häuschen mit super Aussicht auf die Südseite.
Und immer wieder stelle ich fest, daß Kokkari für mich der schönste Ort der Insel ist. Zwar gefällt uns auch Klima (ja, das ist ein Ort!) ganz gut, aber die zentrale Lage und der Dauersturm in Kokkari ist und bleibt für mich unschlagbar.


Hier seht ihr mein ganzes Herzblut im Straßengraben liegen. Schade, mit dem "Besitzer" hatte René schon geregelt, daß er sie mir verkauft. Das wäre etwas schwieriger gewesen, da der "Besitzer" sie nur hingeschmissen bekommen hatte und wir darum noch auf ein griechisches Amt gemußt hätten, aber das ist eine andere Geschichte... Leider hat Condor sich quergestellt, die Maschinen, die Samos anfliegen, haben nicht genug Transportkapazitäten, und so muß die Kleine weiter unter griechischer Sonne verrotten *hoil* Wenn das jemand liest, der mit dem Auto Samos anfährt, kann er ja mal kurz winken, danke ;-)
Wie war das nochmal? "All mein Hoffen, all mein Streben, meines Lebens schönster Traum, liegt unter diesem Olivenbaum" oder so ähnlich.


Sicher werdet Ihr Euch auch fragen, was denn aus all meinen Hunden wurde - natürlich hatte ich wieder jede Menge Leckerli und Sachen fürs Tierheim dabei, aber das Streunerproblem hat sich durch die großartige Arbeit von Joeri und Co so verbessert, daß er der einzige Streuner war, den wir entdeckt haben, und auch er war schon kastriert und mit Halsband versehen. Sein Kumpel hatte zu arg Angst vor uns um mit aufs Foto zu kommen. So kamen dieses Jahr eben die Katzen in den Genuß der mitgebrachten Sachen, die es zwar gefressen haben, aber lieber den Thunfisch oder das Huhn auf unseren Tellern gehabt hätten.
Charlies Tabletten kommen nun den Hunden im Tierheim zugute, worüber sie sich dort oben sehr gefreut haben, Vitamine können sie immer gut brauchen. Über Charlies Durchblutungstabletten haben sie aber eher geschmunzelt, ist halt schon eine Zivilisationskrankheit :-) Und welchem Hund auf Samos Straßen ist es schon vergönnt, solch ein biblisches Alter zu erreichen, um sich Alterskrankheiten zuzuziehen? So war es zwar ein bisschen leer ohne die Hunde diesmal und ungewohnt, aber natürlich haben wir uns wahnsinnig gefreut zu sehen, daß die Arbeit des Tierheims so großen Erfolg hat und die Kastrationen über die Jahre ihre Wirkung zeigen.

Das Einzige, was der Insel in Zukunft fehlt, ist der Vespalenker, den René mir bei über 40 Grad in der Sonne abgeschraubt hat und in dem ich später die ganze Insektenvielfalt Samos' entdeckt habe. Ein Grieche hat gleich die Gunst der Stunde genutzt, im hinterletzten Winkel sein Motorrad gewendet und uns Visitenkarten für seine Appartments zugesteckt "da wir doch allen Anschein nach den abgelegenen Ort so mögen" ;-)

Immer wieder erstaunlich ist das Gottvertrauen der Griechen in ihre Landsleute. Keiner scheint Angst vor Diebstahl zu haben, und auch mein Reiseführer berichtet, daß es das auf der Insel quasi nicht gibt, es sei denn von anderen Touris. Wie schön war das, Türen offen stehen lassen, Schlüssel stecken und Taschen im offenen Auto liegen lassen zu können. Obsthändler, die abends einfach nach Hause gehen und ihr Obst nicht wegräumen müssen. Die ersten 2 Tage bin ich immer nur erstaunt, dann machen wir einfach mit, weil man sich anders ziemlich blöd vorkommt.
Und so wird die Insel hoffentlich bleiben wie sie ist: mit verrottenden Autos im Straßengraben, die mir jedes Jahr das Herz brechen und die ich einfach nicht in meinen Koffer kriege :-), Wind, Sonne und netten Menschen, die sich stur über Jahre an ihre Gäste erinnern.



Jasu Samos


"Aus den Wolken muß es fallen,aus der Götter Schoß, das Glück,und der mächtigste von allen Herrschern ist der Augenblick."
Friedrich von Schiller

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